Kleiner Katzenratgeber #1: Sozialisation


Gleich vorweg: Der Artikel geht vom Idealfall aus und soll als Denkanstoß dienen. Im Tierschutz ist es leider nicht immer möglich, die Pflegekatzen erst mit 12 Wochen zu vermitteln, gerade in der Zeit, wo sich die Würfe häufen und wir schauen müssen, dass wir die Kätzchen auf unseren Pflegestellen unterbringen können. Wir suchen immer Pflegestellen für Katzen. Bei Interesse meldet euch einfach bei uns!

Schon im Bauch der Mutter beginnt die Sozialisation der Babykatzen. Den Kontakt zum Menschen lernen sie bereits kennen, wenn man den Bauch der Mutter streichelt. Es ist nachgewiesen, dass die Katzen dadurch kontaktfreudiger werden und sich lieber streicheln lassen. Ohne Menschenkontakt entwickeln sich Kitten innerhalb der ersten sieben Wochen zu kleinen Raubkätzchen und verhalten sich dem Menschen gegenüber sehr scheu. In diesem Alter kann man die Kätzchen mit viel Geduld noch an den Menschen gewöhnen (auch das Zähmen von solchen Kätzchen gehört ggf. zu den Aufgaben einer Pflegestelle). Kitten einer entspannten und vertrauensvollen Katzenmama lernen durch Beobachten und fühlen sich bei ihr geborgen und sicher.

Nicht nur der Kontakt zum Menschen ist für die kleinen Kätzchen von enormer Bedeutung, sondern auch der zu anderen Katzen. Wachsen sie mit der Mutter und ihren Geschwistern (oder wie in unserem Fall auf den Pflegestellen meist mit Artgenossen) auf, erlernen sie ein bestimmtes Sozialverhalten. Die erlernten Verhaltensweisen benötigen sie für die Zukunft. Die sensible Phase geht diesbezüglich wahrscheinlich über die ersten sieben Lebenswochen hinaus. Katzen werden entgegen vieler Meinungen nicht anhänglicher, wenn man sie frühzeitig von Mutter und Geschwistern trennt. Da diese Katzen nicht ausreichend lange von der Mutter, einer anderen Katze oder den Geschwistern erzogen wurden, neigen sie eher dazu, aggressiv zu werden. Kein Mensch kann die Katzenmutter oder Artgenossen in dieser Erziehungsphase ersetzen.
Kitten sollten daher bestenfalls erst mit 12 Wochen oder später von Mutter und Geschwistern getrennt werden.

Kleiner Katzenratgeber #2: Wie viele Katzen? Der Einzelgänger-Mythos


Gleich vorweg: Der Artikel geht vom Idealfall aus und soll als Denkanstoß dienen. Im Tierschutz ist es leider nicht immer möglich, die Pflegekatzen zu zweit oder zu anderen (vorhandenen) Katzen zu vermitteln. Daher werden unser Pflegekatzen auch einzeln vermittelt.

Viele Menschen sind der Meinung, Katzen seien Einzelgänger. In diesem kurzen Beitrag möchte ich kurz etwas zum Einzelgänger-Mythos sagen, denn auch ich dachte er sei wahr, bis ich mich im Internet und in Büchern schlau gemacht habe.

Einzelgänger werden Katzen nur durch eine nicht ausreichende Sozialisation (Thema unseres ersten Beitrags zum Kleinen Katzenratgeber), die durch den Menschen verursacht wird, weil die Katzenkinder in vielen Fällen zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt und anschließend einzeln gehalten werden. Daher sollte sich jeder zukünftige Dosenöffner die Frage stellen:

Wie vielen Katzen gebe ich ein neues Zuhause?

Natürlich gibt es Vor- und Nachteile eines Mehrkatzenhaushalts. Die Nachteile liegen zunächst klar auf der Hand: Zwei Katzen fressen doppelt so viel, machen doppelt so viel Dreck, verbrauchen mehr Katzenstreu und kosten mehr in Bezug auf die medizinische Versorgung.

Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie sowieso anschaffen. Egal, ob Sie eine oder zwei Katzen möchten, Sie brauchen:  Einen Transportkorb, Kratz- und Klettermöglichkeiten, Kuschel- und Schlafplätze und Fenstergitter. Es gibt auch weitere Vorteile: Die Zuneigung, die Sie von den Katzen erhalten, verdoppelt sich mindestens genauso wie der Spaßfaktor. Eine Katze kann genauso viel Unfug machen wie zwei es möglicherweise tun und staubsaugen müssen Sie bei einer Katze genauso wie bei Zweien.

Bei zwei Katzen ist es sogar eher so, dass sie Jagd- und Spielbedürfnisse miteinander ausleben, so ausgeglichener sind und weniger Schaden anrichten. Kein Mensch (und auch kein anderes Tier, wie zum Beispiel ein Hund) kann, egal wie viel Zeit er hat, die sozialen Bedürfnisse einer Katze abdecken, wie es eine Zweitkatze tut. Und wenn man ehrlich ist, weiß man, dass man einer Katze niemals so viel Zeit widmen kann, wie ein Artgenosse es tun kann.

Der einfachste Weg ist daher, zwei Wurfgeschwister oder zwei Katzen, die zusammen aufgewachsen sind und sich gut verstehen, gemeinsam aufzunehmen. Die nachträgliche Zusammenführung zweier Katzen kann sich nämlich schwierig gestalten oder auch unmöglich sein.

Der Idealfall wäre es also, insbesondere bei reiner Wohnungshaltung und, wenn es Kitten sein sollen, von Anfang an zwei Katzen aufzunehmen, die sich gut verstehen.

Möchte man trotz all dieser Argumente dennoch nur eine Katze aufnehmen, kann man z. B. ein nahegelegenes Tierheim besuchen. Dort sind viele Katzen und Kater, die durch fehlende Sozialisation zu Einzelgängern gemacht wurden und sich daher nicht mehr mit Artgenossen verstehen.

Mehr zu diesem Thema können Sie unter anderem in Büchern von Sabine Schroll nachlesen.

Kleiner Katzenratgeber #3: Ausstattung für die erste(n) Katze(n)


Sie können es kaum erwarten, dass die Kätzchen zu Ihnen in ihr neues Zuhause einziehen. Bevor es soweit ist, sollten gewisse Dinge gekauft werden. Was gehört dazu?

Da die Katzen, bevor sie abgeholt werden, üblicherweise nicht mehr gefüttert werden, um Übelkeit während oder nach der Autofahrt zu vermeiden, haben sie meistens riesigen Hunger, wenn sie im neuen Zuhause ankommen. Essen steht zwar nach der Ankunft nicht an erster Stelle (dazu sind die meisten Katzen entweder zu ängstlich oder neugierig), dennoch sollte schon ein Futtervorrat für die nächsten Tage vorhanden sein. Am besten füttert man die ersten Tage Futter, dass die Katzen schon von der Pflegestelle oder aus dem Tierheim kennen, damit sie sich nicht direkt umstellen müssen. Informieren Sie sich also, welches Futter die Katzen gerne fressen.

Damit Ihre neuen Mitbewohner es im neuen Zuhause bequem haben, freuen sie sich natürlich über Kuscheldecken, Kuschelhöhlen, Bettchen, Kissen, einen tollen Kratzbaum und Spielzeug. Auch hier können Sie bei der Pflegestelle oder im Tierheim nach Vorlieben der Katzen fragen.

Um die Katzen sicher von der Pflegestelle oder vom Tierheim aus nach Hause zu transportieren, benötigen Sie eine ausreichend große Transportbox.

Egal ob Ihre Katzen Freigänger oder Wohnungskatzen sind, benötigen Sie mindestens eine Katzentoilette. Empfohlen wird hierbei immer eine Katzentoilette mehr als Sie Katzen haben, es kommt allerdings auch auf die Größe der Toilette und die Angewohnheiten der Katzen an. Zum Befüllen der Toilette kaufen Sie am besten Katzenstreu, dass die Katzen schon kennen.

Hier eine kleine Checkliste:

– Futter

– Futter- und Wassernäpfe

– Leckerlies

– ggf. Katzengras

– Kuschelhöhlen, -betten, -kissen und -decken

– stabiler Kratzbaum

– ausreichend große Transportbox

– Katzentoiletten und Streuschaufeln

– Katzenstreu

– Katzenspielzeug wie Spielmäuse, Bällchen, Baldriankissen, Spielangeln

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